ANIMAX Multimedia Theater
Als sich im Jahr 1990 Medienkünstler und Wissenschaftler zusammenfanden, um den gemeinnützigen Verein „Bonner Entwicklungswerkstatt für Computermedien“ (BEC) zu gründen und der Öffentlichkeit ihre Ziele in Festivals, Installationen, Theaterproduktionen, Workshops und Konzerten vorzustellen, waren sie umstrittene Vorreiter einer heute als selbstverständlich empfundenen Allianz künstlerisch und technisch Gestaltender.
Inzwischen wird interdisziplinäres Arbeiten kreativer Köpfe aus Forschung, Industrie, Bildung und Kunst als notwendig empfunden und es ist ein breites öffentliches Interesse an künstlerischer Arbeit und Entwicklungen im Bereich erweiterter Medientechnologien feststellbar.
Für die junge Generation ist es heute selbstverständlich, daß multimediale Gestaltung und Medienkommunikation in globalen vernetzten Kommunikationsräumen grundlegende Kulturtechniken darstellen. Medienkompetenz zu vermitteln, wird so eine wesentliche Aufgabe unserer Gesellschaft. Dies erfordert mehr, als Zugang zu einer kommerziell dominierten, auf Bildschirm und Lautsprecher reduzierten digitalen Präsentationstechnologie zu schaffen, die den Benutzern und Benutzerinnen vorbestimmte Möglichkeiten zum Zweck des Konsums von Unterhaltung, Waren und Dienstleistungen anbietet.
Im Rahmen des Weltweiten EXPO 2000 Projektes Animax der BEC wird für das Multimediatheater ein erweiterter Multimediabegriff zugrunde gelegt: Multimedia bedeutet hier: Gestaltung sämtlicher die Wahrnehmung des Menschen und seine (raumzeitliche) Orientierung betreffender Kommunikationsmedien im realen Raum und Realisation eines multimodalen Feedbacks.
Wenn sich Computermedien über die Nachbildung, Kombination und Miniaturisierung von bereits existierenden Medien hinaus zu ganz neuen Werkzeugen menschlicher Kommunikation formen lassen, stellt sich im Kontext künstlerischer Gestaltung die Frage nach der Ästhetik dieser auf der Basis erweiterter Medientechniken entstandenen Werke. Norbert Bolz („Sehsucht - Über die Veränderung der visuellen Wahrnehmung“) stellt hierzu fest: „Ästhetik orientiert sich nicht mehr an der Kunst, sondern an der Kommunikation. Und gerade wenn sie sich nicht mehr als historische Theorie der Künste versteht, kann Ästhetik zur neuen Leitwissenschaft werden: Theorie der medienvermittelten Wahrnehmung.“
Dr. Bodo Lensch
ANIMAX MULTIMEDIATHEATER
Mit der Eröffnung des ANIMAX Multimediatheaters am 22. Juni 1999 realisierte die Bonner Entwicklungswerkstatt für Computermedien e.V. (BEC) ein Projekt, an dem viele engagierte Menschen aus der Region zehn Jahre intensiv gearbeitet haben: erstmals steht in Nordrhein-Westfalen ein Ort kontinuierlich als Forum für Kultur und Medientechnologie zur Verfügung.
In diesem Forum setzt die BEC drei programmatische Akzente: „Art meets Multimedia“ - die traditionellen Bühnenkünste Musik, Tanz und Theater treffen im ANIMAX auf neueste Multimedia-Technik. Künstler verschiedener Sparten arbeiten mit Technikern, Ingenieuren und Computerwissenschaftlern zusammen. In diesem internationalen Forschungslabor für neue künstlerische Darstellungsformen entstehen durch mediale Gestaltung geprägte, neuartige Performances, Installationen und Konzerte. Die im künstlerischen Prozess entwickelten neuen „Medienwerkzeuge“ erweitern die Darstellungs- und Erlebnisformen der traditionellen Bühnenkünste, können aber auch in anderen Feldern der wissenschaftlichen oder der kommerziellen medialen Präsentation eingesetzt werden.
Gastspiele, Projekte anderer Medieninstitutionen und Koproduktionen ergänzen und bereichern das Programm des Hauses. Ein weiterer Schwerpunkt des ANIMAX Multimediatheaters sind medienpädagogische Projekte, in denen Kinder und Jugendliche die bewusste Gestaltung von Instrumenten der Medienkommunikation und damit eine der zukünftigen elementaren Kulturtechniken erlernen. Gleichzeitig bietet das ANIMAX den Forschungseinrichtungen und Unternehmen der Region ein Forum für die Präsentation von zukunftsweisenden Projekten.
Das ANIMAX Multimediatheater wurde aufgrund seines innovativen Charakters als weltweites Projekt der Weltaustellung EXPO 2000 anerkannt.
Ministerium für Arbeit Soziales und Stadtentwicklung, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen
Bundesministerium für Bildung und Forschung
Stiftung Kunst und Kultur des Landes NRW
Kulturdezernent der Bundesstadt Bonn
Hewlett Packard
An Projekten der BEC und des ANIMAX haben bisher u.a. mitgearbeitet:
Gründung, Konzeption und Produktion Dr. Bodo Lensch Design und Programmierung der Computermedien, Network Jelske Kloppenburg • Jörg Fasolack • Martin Ingenhütt • Peter Serocka Virtual Set Supervision Aeldrik Pander • Saori Kakizawa • Peter Serocka Video Art, Holographie, Visual Art Concept Doris Vila • Inge Kamps • Steina Vasulka Komposition Paulo Chagas • Masahiro Miwa • Dave Weinstein • Lou Mallozzi Choreographie und Tanz Lina do Carmo • James Saunders • Martin Butler Networks Jörg Fasolack Programmierung Graphic Software • Bernd Bleßmann • Andreas Beschorner • Cindia Wong • Claudia Chow Web-Design Coca Rivas • Alberto Barreiro • Dirk Weber Neuronal Networks Danny Lie Musik-Software Jörg Spix Graphic, Art Design Constanza Lensch Virtual Set, Storyboards Astrid Gravenbeek Technik Karl von der Linden • Zymber Hysenay • Yussuf Isenay Dokumentation Lutz Schmidt • Petra Rintelen • Lothar Fietzeck Bühne Constanza Lensch • Ralf Waßmann Motion Integrated Media Interface, Rotor Control Design/ Interface, Virtual Set Design Andries Lohmeijer, KITT MIMIC Programmierung/FASTMIMIC Fred Kolman • Han Dirks • Jeroen Knip • Hans Meijer • Angelo Melis, KITT • Peter van der Vos, KITT Medienpädagogik Birgit Günster Öffentlichkeitsarbeit ANIMAX Claudia Fix • Heike Probst Graphic Design/Art Direction Roy Herbst
Bilder, erste Reihe; von links nach rechts: Petra Rintelen, Andries Lohmeijer, Karl von der Linden, Zymber Hysenay Zweite Reihe; von links nach rechts: Angelo Melis, Jörg Fasolack, Dr. Bodo Lensch, Roy Herbst Dritte Reihe Bild links: Workshopszene „Observation Suite“ Bild rechts: Paulo Chagas, Jelske Kloppenburg, Monika Maylahn, Staatssekretär Dr. Hans Jürgen Baedeker, Theda Kluth (MASSKS NRW), Jochem von Uslar, Dr. Bodo Lensch, Aedrik Pander, Jörg Fasolack Unten links: Jeske Kloppenburg Unten rechts: Doris Vila Fotografen: Wolfgang Weimer, Reiner Kaltenbach, Thorsten Martin Edinghaus, Lutz Schmidt, Petra Rintelen, Lothar Fietzeck, Aeldrik Pander, Carolina Villalba Rochas, Martin Magunia,Camillo Fischer, Franz Fischer Produktion/Redaktion: Dr. Bodo Lensch, BEC/ANIMAX, Bonn Claudia Fix,Öffentlichkeitsarbeit, Köln Layout/Graphic Design: Roy Herbst, Köln Satz/DTP Produktion: Haimel - Satz und mehr, Köln Druck: Ceynowa GmbH - Digitaldruck, Köln
ANIMAX Multimediatheater:
Bonn-Bad Godesberg, Moltkestrasse
7 - 9
(Kinopolis Gebäudefront · Treppenaufgang rechts aussen)
Fahrverbindugen: U16 + 63
DB: Bhf. Bad Godesberg
Kontaktadresse:
- BEC Bonner Entwicklungswerkstatt für Computermedien e.V.
Moltkestrasse 7 - 9
53173 Bonn .
Tel.: ++49 (0) 2 28 - 3 68 36 10
Fax.: ++49 (0) 2 28 - 3 68 36 12
e-mail: BEC@gex.gmd.de
www.animax.de
Grußwort
Entsprechend der gesellschaftlichen Bedeutung der Neuen Technologien ist das Kulturministerium gefordert, die künstlerischen Tendenzen in dem Feld zu beobachten und Entwicklungen zu fördern. Seit vielen Jahren wird von meinem Haus die Bonner Entwicklungswerkstatt für Computermedien e.V. mit ihren herausragenden Projekten begleitet und unterstützt. Eine Werkstatt, die von Beginn an mit einem sehr konsequenten Ansatz und mit hohem - auch ehrenamtlichen - Engagement dafür arbeitet, die Kunst mit den Neuen Medien zu verbinden. Diese Einrichtung in der nunmehr entwickelten Form des ANIMAX-Multimediatheaters ist einmalig in der Kulturlandschaft des Landes Nordrhein-Westfalen. Der Erfolg liegt u.a. darin begründet, dass bisher voneinander getrennte Bereiche miteinander verbunden werden. Neben der Verbindung der darstellenden Künste mit neuer Medienkunst werden auf professioneller Ebene die Bereiche Bildung und Jugend mit einbezogen. Die Bedeutung von ANIMAX wird auch dadurch dokumentiert, dass es in das Programm der EXPO 2000 aufgenommen wurde. Das Kultur- und Medienland Nordrhein-Westfalen mit seinen vielfältigen Kulturangeboten, die es in dieser Dichte vermutlich nirgendwo sonst in Europa gibt, wird um ein äußerst qualifiziertes Kulturprojekt auf hohem Niveau bereichert.
Ilse Brusis
Ministerin für Arbeit, Soziales und Stadtentwicklung, Kultur und Sport des
Landes Nordrhein-Westfalen
Grußwort
Die Bonner Entwicklungswerkstatt für Computermedien e.V. (BEC) - ein seit 1990 bestehender Zusammenschluss von Künstlern, Computerwissenschaftlern und Ingenieuren - betreibt seit Juni 1999 im Gebäudekomplex des Kinopolis Bad Godesberg das ANIMAX-Multimediatheater. Es ist das erste Multimediatheater Nordrhein-Westfalens und registriertes Weltweites Projekt der Weltausstellung EXPO 2000. Mit der Eröffnung dient das ANIMAX kontinuierlich als Labor für die Erforschung, Weiterentwicklung und Präsentation von Kunst mit und durch Medien und steht als Forum für Kultur und Medientechnologie auch Forschungseinrichtungen und Unternehmen aus der Region für Präsentationen offen. Es ist ein Medien- und Kulturzentrum mit Aufgabenfeldern im künstlerischen, soziokulturellen und medienpädagogischen Bereich. Wir sind sehr stolz, dass wir diese Spielstätte hier in Bonn haben.
Jochem von Uslar
Kulturdezernent der Bundesstadt Bonn